Gestationsdiabetes: Eine Herausforderung während der Schwangerschaft admin August 2, 2023

Gestationsdiabetes: Eine Herausforderung während der Schwangerschaft

Die Zeit der Schwangerschaft ist für viele Frauen eine Zeit der Vorfreude und der Freude auf das kommende Leben. Doch leider kann sie auch mit einigen gesundheitlichen Herausforderungen einhergehen. Eine dieser Herausforderungen ist der Gestationsdiabetes, oder auch als bekannt Schwangerschaftsdiabetes bekannt. In diesem Blog-Artikel werfen erfährst du, was Gestationsdiabetes bedeutet, wie er diagnostiziert wird, welche Risiken er birgt und welche Rolle die Hormone während der Schwangerschaft spielen.

Was mir passiert ist…

In der 22. SSW wurde bei mir Gestationsdiabetes diagnostiziert. Überrascht hat es mich nicht, da ich in der ersten Schwangerschaft bereits das Vergnügen hatte und es in der Familienanamnese schon vorgekommen ist. 

Der einzige Unterschied ist, dass ich in der ersten Schwangerschaft ganz ohne Insulin ausgekommen bin und den erhöhten Blutzuckerspiegel mit Bewegung und einer angepassten Ernährung unter Kontrolle hatte. 

Aber nun ist es anders, sodass ich das zusätzliche Insulin benötige, weil mein Nüchternwert einfach unkontrollierbar und daher immer erhöht ist. In jeder Schwangerschaft reagiert der Körper anders, die Hormone verändern sich und somit habe ich keinerlei Kontrolle über meinen Stoffwechsel und alles was in der Nacht mit meinen Hormonen geschieht. 

Meine Herausforderung

Gute 6 Wochen habe ich damit verbracht alles mögliche an meiner Ernährung auszuprobieren, weil ich es wie in der ersten Schwangerschaft ganz ohne Insulin hinkriegen wollte. Mal waren es mehr Kohlenhydrate, mal weniger Kohlenhydrate beim Abendessen. 

Hatte ich zu wenige – war der Messwert nach einer Stunde im Rahmen, dafür bekam ich vor dem schlafengehen oder spätestens mitten in der Nacht nochmal Hunger. Und der Nüchternwert, war am nächsten Tag erhöht. Warum? Weil die Leber in der Nacht Zucker ausgeschüttet hatte, da meine zuvor eingenommenen Kohlenhydrate bereits verstoffwechselt worden waren (eine detaillierte Erklärung zur Leberfunktion findest du weiter unten;)). 

Hatte ich zum Abendessen verhältnismässig viele Kohlenhydrate zu mir genommen, war mein Messwert nach einer Stunde über der Grenze und ein Völlegefühl hatte sich in meinem Magen ausgebreitet, obwohl ich nach dem Essen nochmal eine Runde spazieren war. Ein Hungergefühl kam spät abends bzw. in der Nacht nicht auf und der Nüchternwert am nächsten Morgen war meist innerhalb der Toleranzgrenze. Nur leider ging die Strategie nicht immer so auf, sodass ich mich mit meiner Diabetes Beraterin darauf geeinigt habe, mir vor dem Schlafengehen eine kleine Menge, von vier Einheiten, Insulin zu verarbeiten. 

Hand aufs Herz

Ehrlich gesagt, nimmt es mir den Druck nach dem Abendessen noch weitere eiweissreiche Snacks zu mir zu nehmen, da ich zu wenige Kohlenhydrate gegessen hatte, obwohl ich noch satt bin oder einfach nur müde bin und mich hinlegen möchte. Des Weiteren erhoffe ich mir davon, dass die nächtlichen Hungergefühlen ausbleiben und ich dadurch einen ruhigeren Schlaf bekomme ohne bangen zu müssen, dass mein Nüchternwert wieder den Grenzwert überschreitet. Es wird immer schwieriger diesen zu beeinflussen, denn je mehr die Schwangerschaft fortschreitet, desto mehr Hormone sind im Spiel und desto mehr ist das Insulinsystem in unserem Körper überfordert.

Es ist gut so, wie es ist. Ich weiss, ich habe mein Bestes gegeben und es ist nun okay für mich, auf meine allerletzte Option, dem Insulin, zurückzugreifen.

Diese proteinhaltigen Snacks kannst du bedenkenlos nach dem Abendessen zu dir nehmen. Sie haben nur wenig bis keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. 
  1. Nüsse
  2. Käse
  3. Naturquark
  4. Oliven
Eine optimale Mahlzeitenzusammensetzung für Hauptmahlzeiten besteht aus drei Komponenten:
  • 1/3 Teller Gemüse und/ oder Gemüsesalat,
  • 1/3 Teller Proteine (Fleisch, Geflügel, Fisch, Ei, Tofu, Quorn, Seiten, Käse, Quark, Milch, Naturjoghurt, Hülsenfrüchte),
  • 1/3 Teller Stärkebeilage (Brot, Flocken, Reise, Teigwaren, Polenta, Couscous, Quinoa, Amaranth, Bulgur, Kartoffeln, Teig, Hülsenfrüchte). 

Was ist Gestationsdiabetes?

Gestationsdiabetes ist eine Art von Diabetes, der während der Schwangerschaft auftritt und im zweiten oder dritten Trimester diagnostiziert wird. Er entsteht, wenn der Körper der werdenden Mutter nicht genug Insulin produzieren kann, um den erhöhten Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft zu kontrollieren. Infolgedessen bleibt der Blutzuckerspiegel zu hoch, was für die Gesundheit von Mutter und Kind gefährlich sein kann.

Die Leber

Die Leber spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Blutzuckerspiegels im Körper. Unter normalen Umständen ist die Leber in der Lage, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, indem sie Glukose (Zucker) aus der Nahrung speichert und bei Bedarf in den Blutkreislauf abgibt. Dieser Mechanismus ist wichtig, um den Energiebedarf des Körpers, insbesondere des Gehirns, zu decken.

Während der Schwangerschaft kommt es jedoch zu einer veränderten Hormonproduktion und einem veränderten Stoffwechsel, was auch Auswirkungen auf die Funktion der Leber hat. Insbesondere im späteren Verlauf der Schwangerschaft, wenn die Plazenta stark gewachsen ist und eine Vielzahl von Hormonen produziert, kann es zu einer verminderten Insulinwirkung in den Körperzellen kommen. 

Diese Insulinresistenz bedeutet, dass die Körperzellen nicht so empfindlich auf Insulin reagieren wie normalerweise, was dazu führt, dass weniger Glukose aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird. Als Reaktion darauf versucht der Körper, den Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten, indem er mehr Insulin produziert. In den meisten Fällen ist der Körper in der Lage, den erhöhten Insulinbedarf zu decken, um den Blutzuckerspiegel innerhalb normaler Grenzen zu halten.

Allerdings kann es bei manchen Frauen während der Schwangerschaft zu einer Überforderung des Insulinsystems kommen. Die Leber kann weiterhin Glukose freisetzen, auch wenn der Blutzuckerspiegel bereits erhöht ist, was zu einem gesteigerten Blutzuckerspiegel führt. Dies ist einer der Mechanismen, der zur Entwicklung von Gestationsdiabetes beitragen kann.

Daran kann es auch liegen..

Darüber hinaus können auch andere Faktoren wie eine genetische Veranlagung, Übergewicht oder Fettleibigkeit vor der Schwangerschaft und ungesunde Ernährungsgewohnheiten das Risiko für Gestationsdiabetes erhöhen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Gestationsdiabetes in den meisten Fällen gut behandelbar ist und mit einer rechtzeitigen Diagnose und angemessenen Behandlung mögliche Komplikationen für Mutter und Kind reduziert werden können.

Die Rolle der Hormone

Während der Schwangerschaft durchlaufen Frauen erhebliche hormonelle Veränderungen, die den Körper auf die Bedürfnisse des wachsenden Babys vorbereiten. Diese Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Gestationsdiabetes. Insbesondere zwei Hormone – humanes Choriongonadotropin (hCG) und Plazentahormone – können die Insulinempfindlichkeit beeinflussen.

hCG

Dieses Hormon wird in den ersten Wochen der Schwangerschaft in großen Mengen produziert und steigt schnell an. Es trägt dazu bei, den Gelbkörper in den Eierstöcken zu stimulieren, um das Hormon Progesteron zu produzieren, das für die Erhaltung der Schwangerschaft wichtig ist. HCG kann jedoch auch die Insulinempfindlichkeit verringern und so den Blutzuckerspiegel erhöhen.

Plazentahormone

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft produziert die Plazenta eine Vielzahl von Hormonen, die das Wachstum und die Entwicklung des Fötus unterstützen. Einige dieser Hormone, wie Östrogen, Progesteron und Humanes Plazentalaktogen (HPL), können die Insulinwirkung blockieren oder reduzieren, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen kann.

Diagnose und Risikofaktoren

Die Diagnose von Gestationsdiabetes erfolgt üblicherweise durch einen oralen Glukosetoleranztest (OGTT) zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche. Während dieses Tests wird die Reaktion des Körpers auf eine Glukosebelastung überprüft. Wenn der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr einer Glukoselösung zu hoch bleibt, wird eine Gestationsdiabetes-Diagnose gestellt.

Einige Faktoren erhöhen das Risiko, Gestationsdiabetes zu entwickeln, wie zum Beispiel:
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit vor der Schwangerschaft
  • Familienanamnese von Diabetes.
  • Schwangerschaften in höherem Alter.
  • Vorherige Geburten eines großen Babys oder eines Kindes mit Geburtsfehlern.

Risiken und Auswirkungen

Gestationsdiabetes kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind erhebliche Risiken mit sich bringen. Unkontrollierte Blutzuckerspiegel können das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft erhöhen, einschließlich Bluthochdruck und Präeklampsie. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten und Kaiserschnitte.

Für das Kind kann Gestationsdiabetes zu einem überdurchschnittlich großen Geburtsgewicht führen, was wiederum das Risiko für Probleme während der Geburt erhöht. Diese Babys haben auch ein höheres Risiko, später im Leben Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Behandlung und Prävention

Die gute Nachricht ist, dass Gestationsdiabetes in den meisten Fällen gut kontrollierbar ist. Die Behandlung zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten, um das Risiko von Komplikationen zu reduzieren. Dies kann durch eine Kombination aus einer angepassten Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität und in einigen Fällen der Verwendung von Insulin oder anderen Medikamenten erreicht werden.

Präventive Maßnahmen können Frauen helfen, das Risiko von Gestationsdiabetes zu reduzieren. Eine gesunde Lebensweise vor und während der Schwangerschaft, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung können dazu beitragen, das Risiko zu minimieren.

Fazit

Gestationsdiabetes ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die während der Schwangerschaft auftreten kann. Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Gestationsdiabetes, indem sie die Insulinempfindlichkeit beeinflussen. Frauen, die ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes haben, sollten eng mit ihrem Arzt zusammenarbeiten und die empfohlenen präventiven Maßnahmen ergreifen, um eine gesunde Schwangerschaft zu gewährleisten.

Gebt wie immer euer bestes, sodass ihr mit ruhigem Gewissen das Richtige für euch und euer Baby tut. Einige Dinge bleiben einfach unkontrollierbar für uns.

Machts gut und passt auf euch auf,

eure Nic 

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